Artikel über Reiki - Gedanken und philosophische Betrachtungen
Über Stärken, Schwächen und Reiki
Die fünf Konzepte als Fragen
Hingabe - in einem Atemzug
Reiki in Japan
Über Stärken, Schwächen und Reiki
Ich möchte die Vergleiche mit Mitmenschen und Kritik bezogen auf Verhalten beleuchten. Naturgemäß hat das mit Bewerten zu tun, empfinde ich doch einen Mitmenschen immer relativ zu mir, mal stärker, mal schwächer.
Wie bin ich mir eigentlich meiner Stärken und Schwächen bewußt geworden? Ganz am Anfang waren es vermutlich Signale aus der Umgebung, vielleicht gar die Kritik eines nahe stehenden Menschen. Eine Kritik wäre eigentlich nicht sonderlich hoch zu bewerten. Sie zeigt und sagt eher etwas über die Perspektive des Kritikers aus. Bin ich »schwach«, wenn ich gesellschaftlichen Standards nicht folge, wenn ich nicht kämpfe, nicht gewinne, keinen Erfolg habe, keine Anerkennung, wenn ich krank bin?
Wenn ich kritisiere, tue ich das aus der Position der Stärke oder der Position des Opfers heraus. Oft ist beides das Gleiche. Aus der Position der Stärke - wieviel Angst schwingt mit, selbst einmal in eine missliche Situation zu geraten? Ist da nicht immer etwas von einem Opfer dabei, das sich als glücklicherweise, zufälligerweise, unverdienterweise, verschont geblieben fühlt? Bin ich froh darüber, nicht in der Situation des Kritisierten zu stecken? Wie würde ich wohl an seiner statt reagieren? Was zeigt mir der Kritisierte wirklich?
Als Kritiker zeige ich Stärke. Vielleicht habe ich einmal andere besiegt. Ich habe mit Sicherheit »Schwächere« besiegt! Meine Stärke ist meine Schwäche! Würde ich gegen Stärkere kämpfen? Würde ich gegen mich selbst kämpfen, mich meinen Ängsten stellen? Was noch viel schlimmer wäre, denn womöglich müßte ich eigene verdeckte, zugedeckte, Schwächen erkennen.
Wer glaubt er sei stark - der ist schon schwach. Und der Schwache? Er hat vielleicht gekämpft und verloren? War er dann nicht stark? Oder er hat erkannt, daß ein Kampf unnütz sei? War er dann nicht weise? Ist er überhaupt schwach? Vielleicht übt er sich im Nichtwiderstand? Es ist nicht immer ein Kampf, der eine vermeintliche Schwäche überwindet. Es kann ein größerer Kampf sein, die eigene Sichtweise zu ändern.
Dann - plötzlich - verlieren Stärken und Schwächen ihre Ladung. Wenn ich mit meinen vermeintlichen Schwächen in Kontakt stehe, allein mir dieser Situation bewußt bin, bin ich stark. Ich hole diese »dunkle Seite« ans Licht und vereine mich mit einem Teil meiner selbst. Am Licht ist die Seite schon nicht mehr dunkel, und die Begriffe lösen sich auf.
Hierbei empfinde ich eine außerordentliche Bedeutung von Reiki. Ich habe ein Werkzeug gefunden, die positiven und negativen Ladungen (Bewertungen) aus allen Bereichen des Lebens herauszunehmen. Mit Reiki spüre ich, was es bedeutet, Gottes Sohn zu sein.
Axel Ebert • August 2004
Die fünf Konzepte als Fragen
Die wunderbare Medizin für alle Krankheiten
Wenigstens heute - ärgere Dich nicht.
Sorge Dich nicht.
Arbeite in Dankbarkeit.
Sei freundlich zu allen.
Falte die Hände jeden Morgen und Abend in Meditation und bete von Herzen.
Denke mit Deinem Geist und spreche mit Deinem Mund.
Zur Verbesserung von Geist und Körper.
Usui Reiki Ryoho
Der Gründer
Mikao Usui
Mikao Usui, der Begründer von Reiki, hat mit den 5 Konzepten ein hoch philosophisches Vermächtnis hinterlassen, wie das Rezept für ein zufriedenes Leben aussieht. Im Seminar gehe ich darauf ein, weshalb Reiki so hilfreich ist, diese Konzepte und somit ein zufriedenes Leben zu verwirklichen. Hier möchte ich einfach betonen, dass die Konzepte nicht nur für Reikianer passend sind. Vielleicht mag sich der geneigte Leser, selbst ohne Reiki, näher damit beschäftigen.
Wie mag sich eine tiefe innere Gewissheit anfühlen, in der klar ist, daß jetzt nur das »jetzt« wichtig ist, daß Dinge manchmal einfach passieren, daß ich mein Bestes gebe und den Rest der Bestimmung überlassen kann, daß ich anderen immer wohlgesonnen bin? Dann werde ich in den Konzepten zu Hause sein, natürlich. Dann habe in der Tat die Wundermedizin und das Geheimnis für Glück gefunden.
Affirmationen
Für gelegentliche Sprünge auf dem Weg könnte eine Affirmation um die Konzepte hilfreich sein. Am besten werden diese als positive Fragen formuliert, eine Anregung von Andreas Ackermann, einem schweizer Mentaltrainer. Positive Fragen geben viel Futter für den Geist.
Zitat: »Aus dem Verkaufstraining wissen wir, daß der Einsatz von Argumenten und Aussagen nicht annähernd so wirkungsvoll wie das Stellen aufbauender Fragen ist. Man weiß, daß dem Gehirn gestellte Fragen weitaus wirkungsvoller als Argumente und Aussagen sind, die dem Gehirn auferlegt werden. Wenn das so ist, warum sollte man nicht die Aussagen überhaupt umgehen und geradewegs zu den Fragen kommen? - wenn das Gehirn das ohnehin schon macht? Machen Sie mal den Test: Formulieren Sie ab jetzt: Warum bin ich glücklich, gesund und wohlhabend? Warum fallen mir laufend interessante und lukrative Aufträge zu? usw. Der springende Punkt bei dieser Form von Affirmationen ist es nicht, die Antworten auf Ihre Fragen zu finden! Es geht lediglich darum einen Prozeß auszulösen - also nicht rational nach einer Antwort suchen. Überlegen Sie auch einmal, was Sie bewirken, wenn Sie sagen: Warum bin ich immer der Verlierer? Warum trifft es immer mich? Warum bin ich dauernd krank? Warum habe ich immer die falschen Männer? usw. Hat doch bis heute bestens funktioniert, oder?«
Laßt uns also aufschreiben und fragen. Wer Reiki 2 hat - verwende dabei noch die Symbole.
- Warum ist mir der heutige Tag so wichtig?
- Warum bin ich zufrieden (ärgere ich mich nicht)?
- Warum bin ich zuversichtlich (sorge ich mich nicht)?
- Warum bin ich dankbar?
- Warum arbeite ich fleißig und bin freundlich zu anderen?
- Warum praktiziere ich Reiki?
Und in der plötzlichen Stimmung eines Augenblicks werde ich mich irgendwann fragen - ja und warum denn eigentlich nicht? Ich weiß zwar nicht, warum ich mich so verhalte, aber es ist gut so.
Namaste
Axel Ebert • Januar 2006
Hingabe - in einem Atemzug
»Was Du Angst hast zu verlieren - loszulassen übe Dich.« (Yoda)
Heute habe ich, wie ich meine, die Essenz von Atmung verstanden. Ich mußte einfach loslachen, als ich es herausfand. 24 Jahre habe ich Yoga praktiziert, und vielleicht habe ich es nie getan. 24 Jahre für eine 5 Minuten Lektion. Meine Atemübungen waren wie das, was wir Zufallsreiki nennen. Ich bin dem perfekten Atemzyklus 4-16-8-8 nachgejagt, was für Einatmen-Anhalten-Ausatmen-Anhalten in Sekunden steht. Ich hatte mich sogar verbessert, ziemlich schnell ging es zu 5-20-10-10 und weiter zu 6-24-12-12. Von da an ging es nicht weiter, weder in zeitlicher Ausdehnung noch in Freude, wie Du vielleicht schon vermutest. Die vorteilhaften Auswirkungen meiner »Versuche« waren über die ganze Zeit wahrscheinlich auch eher begrenzt.
Vor einiger Zeit habe ich dann diesen Spruch gehört. Die Yogis sagten »Perfekte Atmung - Perfekte Gesundheit«. In meinem Geist fing etwas zu arbeiten an. Was ist die Essenz dieser perfekten Atmung? Ist es wirklich dieser vorgegebene Rhythmus oder gar eine Frage, wie lange jemand den Atem anhalten kann?
Dieser Atem ist doch in Wirklichkeit der Hauch des Lebens. Ich lasse die ganze göttliche Schöpfung und Energie in mich eintreten, und mein ganzes Selbst, meinen Körper, meinen Geist ausfüllen, wenn ich einatme. Dieser Atem verbindet meinen Körper mit meinem höheren Selbst. Je tiefer und vollständiger ich einatme, umso näher komme ich meiner wirklichen spirituellen Natur. Diesen Atmen vollständig aufzunehmen heißt, mich meiner eigenen göttlichen Natur anzunähern. Es ist dieser Atem, der das Scheinbare mit dem Unbekannten verbindet. Wenn ich mich mit diesem Geschenk vollständig vereinen kann, es verinnerlichen kann, werde ich auch bereit sein, es loszulassen. Dieses Loslassen ist Hingabe. Sie ist absolut notwendig und muß vollständig sein. Ich habe kein Recht, etwas zu behalten, was mir leihweise vergönnt wurde. Alles auf der Erde folgt dem heiligen »Gesetz der Rückkehr«, von dem das Gravitationsgesetz nur ein Aspekt ist. Wenn ich ausatme, ergebe ich mich diesem Gesetz, ich gebe mich ihm hin. Ich trete in die Welt und erlaube, das mein Selbst von der göttlichen Schöpfung wieder absorbiert wird. Je tiefer und vollständiger ich diesen Kreislauf fließen lassen kann, desto mehr bin ich Eins mit dem Universum und mit mir selbst.
Ich bin der Meinung, daß diese vollständige Hingabe eine intuitive Handlung, beruhend auf intuitivem Wissen voraussetzt. Und dies ist die vollständige Absorption.
Als ich anfing, meine Atemübungen mit diesem Fokus durchzuführen, habe ich sofort eine große Freude gespürt. Ich fühlte mich wie aufgeladen, mit einer unerwarteten Klarheit. Leichte Beschwerden, die ich über Monate am linken Hüftgelenk hatte, verschwanden plötzlich. Ich fühlte mich fast wie benommen ob dieser untypischen Frische. Kurz darauf habe ich ein bezauberndes Mädchen kennengelernt. In mir sind Gefühle von Liebe erwacht, die ich in dieser Tiefe nie kannte. Um es mit anderen Worten zu sagen - mein Sein hat sich mit den vollständigen Atemzügen harmonisiert und ausgedehnt.
Mit meiner Erkenntnis sind meine Atemzyklen nicht nur tiefer geworden sondern auch automatisch länger, und jetzt verstehe ich es. Ich bin einem Ziel nachgejagt, daß ich nicht erreichen konnte. Denn das Ziel ist in Wirklichkeit kein Ziel sondern ein Effekt von nicht versuchen, etwas das sich infolge stolzer Absorption und hingabevoller Aufgabe ergibt. Ich bin nicht auf der Erde um mich nur hinzugeben. Aber Hingabe ist ein natürlicher Teil davon.
Für den Spruch der Yogis oben gibt es eine physiologische Erklärung. In der Atmung scannt der KörperGeist die ganze Existenz - von der tiefsten Frequenz (den Knochen) bis hin zur höchsten (den Chakren). Diese bewußte Kenntnis von allem, was im KörperGeist passiert, ist Voraussetzung für die vollständige Selbstheilung. Wie könnte wohl jemand mit einer flachen Atmung gesund bleiben und sein ganzes Potential ausschöpfen?
Meine Atmung ist mein immerwährender Zeuge, wie weit ich für Absorption und Hingabe bereit bin, wieviel Göttlichkeit ich in mein Handeln lege. Nicht das gleichzeitige Ausführen mehrerer Handlungen kann dieses Bewußtsein freilegen, sondern nur das Gegenteil davon. Im Fernen Osten sagt man:
- Wenn ich spiele, dann spiele ich.
- Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.
- Wenn ich esse, dann esse ich.
- Wenn ich atme, dann atme ich.
So möchte ich anfügen:
- Wenn ich einatme, dann lasse ich das Universum in mich eintreten.
- Wenn ich ausatme, gebe ich mich hin (trete ich in die Welt).
Namahá
Axel Ebert • Februar 2006
Reiki in Japan
Was ist die Essenz von Reiki? Was ist nur Form?
Im Frühjahr 2008 bin ich nach Japan gereist, um bei Tadao Yamaguchi den ersten und zweiten Grad im Japanischen Reiki (Usui Reiki Ryoho) zu lernen. Tadaos Mutter hat noch von Chujiro Hayashi Reiki gelernt, sie nennen ihr Reiki daher Jikiden - direkte Lehre. Mein Motiv ist mir unklar. Einerseits praktiziere ich schon 8 Jahre lang das westliche Reiki in der Linie Takata - Reiki Network, bin Reiki Meister geworden, weil ich ein inneres Wissen habe, dass Reiki, das grösste Geschenk meines Lebens, funktioniert. Auf der anderen Seite ist da diese Neugierde. Das Unerklärliche übt eine starke Anziehungskraft aus, erforscht zu werden. Ich denke, es ist ein Stück weit Network Tradition, hinter die Kulissen zu schauen. Ob ich wohl Bestätigung für unsere Lehre finde, für unsere Methoden und natürlich für unsere Symbole? Warum stelle ich meine Konzepte um Reiki in Frage? Wie sich herausstellt, bin ich auf dem Weg der Zerstörung. Typisch Reiki möchte ich sagen. Denn Frau Takata hat die Symbole und die Einweihungen anders unterrichtet, als es ihr Lehrer Chujiro Hayashi in Japan getan hat. Da soll noch mal einer die zerstörerischen Kräfte des Weiblichen in Frage stellen. Das meine ich hoch philosophisch. Ohne Frau Takata wäre Reiki vermutlich nie populär geworden.
Die Einweihung ist wie eingangs erwähnt anders. Sie fühlt sich sehr gut an. Ich bin tief berührt. Ich erfahre, dass Hayashi das ganze Einweihungsritual in einer Einweihung gegeben und diese mehrmals wiederholt hat.
Reiki wird prinzipiell so beschrieben wie wir es im Reiki Network tun, allerdings bekommt das Konzept der regelmässigen Selbstbehandlungen weniger Gewicht. Meiner Meinung nach gibt es nichts wichtigeres am Reiki, und so bin ich froh über die Lektionen von Frau Takata und den Unterrichtsstoff im Reiki Network, selbst wenn diese eine Modifikation darstellen.
Der Zweck der 3 Reiki Symbole ist ähnlich, der Einsatz ist restriktiver und deutlich abgegrenzt. Die Technik der Anwendung, die Symbole selbst und deren Mantren sind durchweg verschieden. Ich sehe die Wurzeln der Symbole, die im Sanskrit, chinesischer und japanischer Kalligraphie liegen, und die Herleitung von Ursprung zu Symbol ist eindrücklich, macht Sinn und fühlt sich gut an. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Symbole funktionieren.
Andererseits kann ich aus Erfahrung auch sagen, dass die Symbole und die Einweihungen im westlichen Usui Shiki Ryoho gleichfalls funktionieren. Es ist offensichtlich, dass einige Anwendungen im Lauf der Zeit hinzugefügt worden sind und andere sich verändert haben.
Ich bin irritiert. Symbole haben im Reiki eine grosse Bedeutung. Wir wissen, dass bestimmte Abfolgen bestimmter Linien einen bestimmten Effekt hervorrufen. Wie C. G. Jung geschrieben hat, sind Symbole Energiefelder, die andere Energiefelder freilassen und transformieren können. Da stehe ich nun, und mein Konzept von Symbolen wird tief erschüttert. Wie kann ich einer anderen Regel folgen und noch immer das gleiche erreichen?
Im Hinterfragen meines Konzeptes finde ich eine manipulative Komponente. Es ist das »Erreichen«. Ich glaube, dass ich durch die Anwendung bestimmter Muster mein Umfeld beeinflussen, steuern und kontrollieren könne, dass ich es z.B. sicherer machen könne, dass ich Reiki bei jemanden anschalten könne u.s.w. Letzten Endes denke ich damit manipulativ.
Kontrolle aber gibt es nicht, und erreichen kann ich gar nichts. Wenn ich Kontrolle hätte, dann hätte ich sie für immer, sonst wäre es keine Kontrolle. Das hiesse gleichzeitig, dass niemand sonst Kontrolle haben könnte. Was für ein Widerspruch! Es würde auch bedeuten, dass ich von meinem Umfeld getrennt wäre, denn wie könnte ich es sonst kontrollieren. Aber auch hier muss ich eingestehen, dass meine Wahrnehmung der Umgebung einen Effekt auf mich hat und meine Reaktion meine Umgebung ändert.
Im Grunde bin ich nur ein Beobachter innerhalb des Systems. Ich bin Teil der Formel, die ich ändern möchte. Es ist wie eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Sie hat unendlich viele Lösungen. Je nachdem, wie ich meine Welt anschaue (dem Augenblick meine Aufmerksamkeit schenke) muss der Rest der Formel die Gleichung ausbalancieren. Reiki ist eine spezielle Art und Weise, auf das Leben zu schauen, Konzepte von Einheit, Harmonie und ursprünglichem Bewusstsein abzurufen. Wenn das mein Fokus ist, so ist der Effekt unausweichlich. Mit den Symbolen erzeuge ich nichts und bewege ich nichts, ich benutze sie als Mittel oder Werkzeug, um Reiki in Fokus zu nehmen, um Reiki abzurufen, um an Reiki zu erinnern. Es ist wie die Betrachtung von Felsmalereien in einer dunklen Höhle. Ich kann eine Taschenlampe mit gelbem Griff verwenden, ich könnte aber auch eine Taschenlampe mit rotem Griff nehmen. So fühlt es sich an, wenn ich über Diskussionen unter Takatas Studenten lese, wessen Reiki nun authentischer sei. Da lässt die Ironie des Lebens grüssen, denn jetzt stellt sich heraus, dass alle Studenten ziemlich weit weg von der japanischen Methode sind - dort wird nämlich eine grüne Kerze verwendet, um die Malereien zu bestaunen.
So wie Religionen darum kämpfen, die einzig wahrhaftige zu sein, so könnte man auch um die Wahrhaftigkeit der Reiki Symbole streiten. Aber auch auf Wahrheit trifft das oben gesagte zu. Ich könnte Wahrheit nur erkennen, wenn ich getrennt davon wäre. Als Teil der Formel kann ich Wahrheit nicht erkennen, ich kann nur beobachten und die Beobachtung ansprechen. Die Antwort liegt eher in dem Bewusstsein, mit dem ich das tue. Das Missverständnis von Wahrheit oder der Richtigkeit eines Werkzeugs hat für mich mit einer Fehlwahrnehmung zu tun. Es ist das am meisten untergrabende Glaubenssystem, von der Welt getrennt zu sein und eine Identität zu haben. Daraus erwachsen alle anderen Glaubensmuster. Könnte ich mich doch als grossartig, unbedeutend und ALL-EIN erfahren! Aus der Interpretation des Gegenteils, dem Bewusstsein von Trennung, folgt der Drang nach Wichtigkeit, die Sucht, etwas tun (manipulieren) zu müssen.
Nehmen wir ein anderes Beispiel. Ich kann das Wort »Liebe« oder irgendeine symbolische Nachricht in Japanisch oder Hawaiianisch aufschreiben. Der Schlüssel des Ansprechens steht hinter diesen Buchstaben, die ich aufschreibe. Schliesslich passiert weiter nichts, als das ich erinnere, abrufe und auf die Essenz hinter »Liebe« fokussiere. Dazu muss ich das Alphabet lernen, das ich nutzen möchte, und ich muss ein tiefes Verständnis davon haben, was Liebe bedeutet. So ist es mit den Symbolen. Ich kann die japanischen Symbole verwenden oder die Symbole, die Frau Takata unterrichtet hat. Es macht Sinn, die millionenfach angewandten Symbole zu benutzen. Dahinter steht eine starke Matrix. Sie quadriert die Summe des Wissens aller einzelnen Anwender. Das Werk wird weniger anstrengend.
Wenn ein Student und ich in einer Initiation zusammenkommen, kann ich mit beiden Werkzeugen die Aufmerksamkeit auf Reiki richten, und der Student wird Reiki gewahr. Ich schalte in dem Sinne kein Reiki an, sondern Bewusstsein trifft sich, der Student möchte Reiki erfahren, und ich nutze meine Taschenlampe oder meine Kerze, um darauf zu leuchten, den Fokus zu ändern. Die Formel verschiebt sich.
Es wird nicht viel getan. Etwas unwichtiges und grossartiges passiert...
Axel Ebert • Juni 2008

